Das alte Polizeipräsidium
Zwischen 1911 und 1914 wurde das alte Polizeipräsidium im neobarocken und neoklassizistischen Stil erbaut und im Jahr 1914 als „Königliches Polizeipräsidium“ in Betrieb genommen. Zahlreiche berühmte Kriminalfälle wurden hier bearbeitet, wie z. B. der Mord an der Prostituierten Rosemarie Nitribitt, der bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden konnte. Die wenigen Arrestzellen dienten nicht zur Übernachtung. Die Inhaftierten wurden abends ins Gefängnis gefahren und morgens zum Verhör wieder ins alte Polizeipräsidium zurückgebracht. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude fast zur Hälfte zerstört. Die Polizei musste auf verschiedene andere Standorte in Frankfurt ausweichen. Zehn Jahre später, im Jahr 1954, war der Wiederaufbau abgeschlossen und die Polizei kehrte in das Gebäude zurück. Schließlich wurde der Platzbedarf immer größer, weshalb die Polizei im Jahr 2002 den Neubau in der Adickesallee bezog.
Nach dem Auszug der Polizei stand das Gebäude nun weitestgehend leer. Vorübergehende und zeitlich begrenzte Nutzungen waren beispielsweise Fotolocations, Clubs oder Künstlerateliers. Außerdem wurden hier einige Folgen der „Tatort“-Reihe gedreht. 2018 wurde das Gebäude von der Stadt an einen Investor verkauft, der auf dem Gelände ein neues Quartier mit Wohnungen, Hotel, Geschäften und Büros entwickeln wollte. Der Hauptbau mit der Eingangshalle und den Säulen steht unter Denkmalschutz und sollte zu einem Hotel umgebaut werden. Für den restlichen Gebäudekomplex war der Abriss geplant. Doch dazu kam es nie: Der Investor musste 2023 Insolvenz anmelden. Seither ist völlig unklar, wie es mit dem Areal und dem Gebäudekomplex weitergeht.
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