Das Haus der Kunsthandwerkerin

Erbaut wurde das Haus im Jahre 1934 und diente viele Jahre als Pension. Zuletzt gab es dort insgesamt sechs Gästezimmer mit verschiedenen Mottos: Schwarzwaldzimmer, Jagdzimmer, Barockzimmer, Siebziger-Jahre-Zimmer, Sixties-Retro-Zimmer und Rehzimmer. Einige wenige Details sind heute noch aus dieser Zeit erkennbar. Wann genau die Pension schloss, ist mir leider nicht bekannt. Allerdings zog Mitte 2012 die Kunsthandwerkerin dort ein. Sie lebte zunächst 17 Jahre in einem alten Haus im Wald, in dem sie ihre Werkstatt für Kunsthandwerk und eine Ausstellung für ihre Arbeiten betrieb, musste dort aber aufgrund eines Eigentümerwechsels im November 2009 ausziehen. Anschließend zog sie in ein ehemaliges Schuhgeschäft und stellte dort ihre Werke aus. Nach einem weiteren Umzug im Jahre 2012 stellte sie schließlich ihre zahlreichen seltenen und handgefertigten Exponate in der ehemaligen Pension aus, lebte dort und zeigte bei Führungen ihr Handwerk, das sie von ihrer Großmutter erlernt hatte und seit 300 Jahren von Generation zu Generation in ihrer Familie weitergegeben wurde. Sie beherrschte sieben Handwerkskünste: u. a. Trachtenstickerei, die außergewöhnlichen Gold- und Silberfiligranarbeiten, die Herstellung von Trachtenhüten oder der berühmten Schwarzwälder Finken (wärmende Schafwollschuhe). Sie lebte dort zuletzt alleine mit ihrem Hund. Ihr Mann starb bereits vor vielen Jahren. Die Kunsthandwerkerin selbst verstarb im Januar 2018. Und mit ihr die Gabe, diese wundervolle Kunst herzustellen. Ihre Tochter sollte eigentlich ihr Werk fortführen. Doch dazu kam es, aus welchen Gründen auch immer, offensichtlich leider nicht.

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